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Weniger Plastik März/April: Plastikfasten und die Liebe zum Selbermachen

Passend zu meinem Vorsatz unseren Plastikmüll zu reduzieren, gab es in der Fastenzeit die gleichnamige Aktion von Anneliese Bunk. Täglich nützliche Tipps, wie man wirklich sehr einfach seinen Müll reduzieren kann. Nicht alles passt für mich, z. B. brauche ich nicht wirklich einen Lippenstift in Papier eingewickelt. Aber die vielen Anregungen zeigen eines ganz deutlich: es gibt gute Alternativen. Verzicht auf Plastik heißt nicht gleich Verzicht auf Lebensqualität. Manchmal mag es ein bisschen unbequem und mühsam sein. Aber wenn man sich Zeit lässt mit der Umstellung auf (plastik)verpackte Dinge, dann klappt es auch.

Die täglichen Tipps reichen von Kresse ansähen (bei uns sehr beliebt und zudem jährlich das erste frische Günzeug aus dem Garten) bis zu Rezepten (probiert mal das Wintergemüse, schnell und sehr lecker). Im Winter unkompliziert auf Erde oder Watte gezogen.

Was man aber nicht unterschätzen darf: es gehört schon auch Überzeugung dazu. Überzeugung, dass uns das viele Plastik  in unserem Alltag nicht gut tut, geschweige denn unserer Umwelt. Denn manchmal kann es umbequem sein. Löffelbisquits selber machen statt schnell eine Packung für Tiramisu oder Kuchen aufreißen. Dauert schon ein bisschen, aber es geht. Und der Geschmack entschädigt für die Herzumpatzerei mit dem Spritzbeutel. 🙂

Selbstgemacht reduziert den Verpackungsmüll und erhöht, wie ich finde, Wertschätzung und Lebensqualität. Man (ich/die Kinder) sieht, was drin steckt an Zutaten und Arbeit. Und zu wissen, was eben nicht drinsteckt ist ja nicht zu unterschätzen (Stichwort: Aromen, Zusatzstoffe etc.).
Für die Nacherei am Nachmittag eignen sich zum Beispiel Brownies, die Schokomonde  und natürlich alle Cookierezepte (Walnuss-Aprikosen, Hafer-Rum, Kokos-Rum)   ganz hervorragend, weil sie gut verpackt in der Dose ganz wunderbar 1- bis 2 Wochen halten.

Inzwischen habe ich auch bei Samen eine plastikfreie Möglichkeit gefunden. die Horbacher Mühle hat nicht nur Mehl sondern auch Kürbiskerne, Sesam und Buchweizen im Angebot, alles im Papierbeutel. Darüber hinaus kann ich genau die Dinge, die ich brauche in einem Feinkostladen vor Ort (Feinkostbar, Geisenfeld und Pfaffenhofen) bestellen.

Zugegeben, mit Kindern ist es echt schwer. Von der Backerbsenkrise habe ich Euch schon erzählt. Ich bin echt froh, dass wir noch nie viel Kekserlzeug gegessen/eingekauft, sondern eher mal Kuchen gebacken haben. Aber die Kinder sehen es halt bei anderen (deren Mütter natürlich viel cooler sind als die eigene… „Mama warum musst Du immer so anders sein???“) oder ganz einfach im Supermarkt. Dann lass ich mich schon mal hinreißen und glaube ganz fest daran, dass die Vorbildwirkung an allen ausnahmefreien Tagen irgendwann mal Wirkung zeigen wird. Egal ob beim Thema weniger Plastik, Nachhaltigkeit generell oder Kindererziehung: es braucht einen langen Atem. Diese Erkenntnis ist manchmal bleiern, aber auch tröstlich. 🙂

Ein positives Erlebnis habe ich aber noch: mein home made Kaba-Pulver ist sehr gut angekommen. Nach dem Ende der letzten Packung aus dem Bioladen (natürlich im Plastikbeutel) habe ich mich einfach mal auf die Suche nach Erfahrungsberichten im www begeben. Und siehe da, ein bisschen Kakaopulver, ein bisschen mehr Zucker und fertig ist der Ersatz… Leider war zwar das Kakaopulver (schwach entölt und faitrade) von Naturata im Plastikbeutel, was durch den Karton nicht erkennbar war. Aber dafür der Kristallzucker im Papierbeutel und der helle Rohrohrzucker nur mit einer einseitigen Folienschicht im Papierbeutel (letzterer sogar fairtrade bei Rewe). Und so gehts:

Selbstgemachtes Kaba-Pulver:
100g Kakao pulver (hier: schwach entölt)
je 100g Kristallzucker und heller Rohrrohrzucker
Alles zusammen pulverisieren, fertig!

Bei mir ist das ein 1:2 Verhältnis. Je nach Geschmack ist das natürlich veränderbar. Ich habe mit einer 1:3 Variante begonnen, habe aber nach der ersten Verkostung nochmal den Kakaoanteil erhöht.

In warmer Milch löst sich das Pulver nach gutem Umrühren auf, in kalter Milch bleiben ein paar kleine Klümpchen, die meine Kinder aber nicht gestört haben. Das war beim fertig gekauften Pulver auch nicht anders. Die Feuerprobe kommt noch: wie sich der home made Kaba auf dem Milchreis macht. Aber da bin ich ganz zuversichtlich. :-)Herzliche Grüße, desi*dVerlinkt bei EiNaB und Create in Austria

 

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10 Kommentare zu „Weniger Plastik März/April: Plastikfasten und die Liebe zum Selbermachen

  1. Ich danke dir dafür, dass du mich immer wieder neu inspirierst und natürlich für deine tollen Ideen und Rezepte 🙂 LG Sabine

    1. Wenn man beim Einkauf mal drauf achtet ist es gar nicht so schwer auf viele der Verpackungen zu verzichten (Obst/Gemüse/Milchprodukte). Bei Kaffee und Nüssen bin ich aber auch noch auf der Suche.
      LG Désirée

  2. Schade, dass ich Annelieses Aktion quasi verpasst habe, denn Plastik will ich schon ewig reduzieren. Aber ich schaue jetzt einfach mal im Nachhinein bei ihr vorbei 😉 Es ist ja nie zu spät, besser zu leben 😉

    Kressesaat liegt bei mir schon bereit und wartet nur noch darauf, dass ich mal einige ruhige Minuten finde 😉

    Was du da über die nötige Überzeugung schreibst, kann ich nur unterschreiben! Ich laufe ja beispielsweise manchmal 50 Minuten durch die Stadt und nehme 2 Stunden Wartezeit insgesamt in Kauf, um mit dem Zug statt dem Auto fahren zu können. Das macht man nur, wenn man davon überzeugt ist, dass man der Umwelt nicht schaden möchte durch das Auto…
    Was selbst machen angeht, mampfe ich gerade die ersten eigenen Brötchen 🙂 Das will ich langfristig auch auf Brot ausweiten… und meine Kekse backe ich sowieso alle selbst 🙂

    Dass es mit den Kindern schwerer ist, als allein auf Plastik zu verzichten, kann ich mir gut vorstellen. Ich fand es auch immer blöd, wenn meine Freundinnen Pick-Ups in der Schule aßen, aber Mama sowas NIE kaufte 😉 Heutzutage würde ich es aber genauso machen, weil das Zeug mir zu teuer ist 😉

    Deinen DIY-Kakao finde ich aber super! Gerade bei solchen Sachen kann man sicher gut selbst Alternativen anmischen… bei Müsli sieht es ja ähnlich aus 🙂

    Liebe Grüße

    1. Bei uns daheim gab es auch absolute no-gos. Capri-Sonne zum Beispiel. Und man wird trotzdem erwachsen und vielleicht grad deswegen wählerisch. Was braucht man wirklich und was will man nur haben, um mit dem Strom zu schwimmen? Vielleicht gelingt es uns deshalb leichter mal andere Wege zu gehen…
      LG Désirée

      1. Capri Sonne gab es bei meiner Mama auch nie und selbst normale Trinkpäckchen waren was besonderes (für Ausflüge etc.), während es die bei meinem Vater und meiner Stiefmutter sogar einfach so gab… Hach, da gab es einige Sachen, die für mich echt was besonderes waren… aber Schokolade & Chips & Gummibärchen gab es bei uns immer trotzdem in Massen 😉
        Und bei Kleidung und Kosmetik war es ähnlich – die anderen hatten das, ich nicht. Manchmal wurde ich daher ausgegrenzt, aber letztendlich habe ich daher meine wahren Freunde finden können 🙂

        Liebe Grüße

  3. Hallo Désirée!

    Dein Satz „Selbstgemacht reduziert den Verpackungsmüll und erhöht, wie ich finde, Wertschätzung und Lebensqualität.“ gefällt mir natürlich ganz besonders gut, denn genau so sehe ich das auch und ist auch mein Ansatz für die Plastikvermeidung.

    Es gibt so viele tolle Möglichkeiten!

    Das Löffelbiskuit (Ö: Biskotten) – Experiment steht noch aus. Ich habe das letzte Mal ein einfaches Biskuit gemacht und damit Malakofftorte und das ist leider gründlich missglückt. Aber der nächste Versuch kommt bestimmt und diesmal werde ich vorher Biskotten machen.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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