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Über den Umweg der Plastikreduktion zum Brotexperiment {Mittwochs mag ich…}

Beim Backen bin ich nur eingeschränkt experimentierfreudig. Cookies mal abzuwandeln, je nach dem was der Vorratsschrank so hergibt ist easy und wenig gefährlich. Nichts ist schlimmer, als enttäuschte Kinder, die sich angesichts des misslungenen Ergebnisses nicht wirklich gut vertrösten lassen. Also achte ich bei Kuchen und Brot immer streng an das Rezept. Hat meistens gut funktioniert.

Vor einigen Monaten war ich dann bei dem Vortrag von Frau Schubert „Besser Leben ohne Plastik“ (wen das Thema interessiert: unbedingt mal auf ihrem Blog vorbeischauen!) und siehe da, wenn man mal genau drauf schaut, dann ist das eigene Leben gar nicht so plastikreduziert, wie man meinen möchte. Milch und Joghurt in Gläsern, Obst und Gemüse lose – da geht die Umstellung schnell. Aber Trockenfrüchte, Nussmischungen (auf einmal scheint es doch besser, ein fertiges Nussmus zu kaufen…), Samen, Buchweizen… wirklich alles ist in diesen Plastikpackerln. Somit sind vorerst meine Lieblingsbrotzrezepte schnell ausgeschieden. Nüsse, Samen, Quark… Bekomme ich leider nicht in der näheren Umgebung offen. Und auf Onlineversand bei trockenen Lebensmittlen möchte ich (noch) nicht zurückgreifen. Eher mal schauen, wie es ohne oder halt anders geht. Und vom Spaß des Nüsseknackens habe ich Euch ja schon erzählt.

Also was tun. Deswegen wieder auf gekauftes Brot (heimgetragen im selbstgenähten Brotbeutel) zurückgreifen…? Nein, eigentlich möchte ich das nicht. Ich weiß nämlich gerne was drin ist. Und so kam es zum Brotexperiment.

Mehl bekommt man ja zum Glück in allen möglichen Varianten noch im Papierpackerl. Und alle möglichen Körner gibt es bei uns regional z. B. in der Kunstmühle Fahlenbach.

Dinkel-Joghurt-Brot

Dinkel-Joghurt-Brot

Zutaten:
300g Dinkel bzw. Dinkelvollkornmehl, 200g Dinkelmehl 630, 200g Wasser, 60g Joghurt, 1 guter TL Salz, 1 EL Honig, 50g neutrales Öl (ich habe Rapsöl verwendet), 1 Würfel frische Hefe; wer mag noch bissl Sesam (hier bei mir leider nicht plastikfrei aber noch im Vorratsschrank vorhanden)

Und so gehts:
Dinkel mahlen; zusammen mit allen Zutaten bis auf den Sesam zu einem glatten Teig verkneten. In einer gefetten Kastenform (ca. 24cm) geben, mit Sesam bestreuen und eine halbe Stunde gehen lassen.
Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Brot braucht ca. 45 bis 50 Minuten, wenn es schön gebräunt ist und (beim unten drauf klopfen) hohl klingt ist es fertig.

Lasst es Euch schmecken!

Dinkel-Joghurt-Brot

Bisher geht es mit dem Ausprobieren, wie es sich ohne bzw. mit weniger Plastik leben lässt, eigentlich ganz gut. Ich gehe aufmerksamer durch den Supermarkt und siehe da: Bio Buchweizenvollkornmehl gibt es bei Rewe im Papiersackerl, meinen geliebten Feta gibts offen am Wochenmarkt (Glasbox nicht vergessen!) im Kreisstädtchen. Es ist eine Umstellung von „Ach, nehm ich schnell mal mit, für irgendwann…“ zu genaueren Planung, wann ich was kochen möchte. Käse bekommt man auch gut offen (allen die in PAF wohnen, sei der Allgäuer Käseverkauf Nähe Norma wärmstens empfohlen!), außer Mozarella… Selbermachen scheint mir zu aufwendig. Vielleicht habt Ihr da eine Idee?

Und selbstgemachten Frischkäse ist ein wirkliches Allroundtaltent. Er springt bereitwillig ein für Creme fraiche, Sauerrahm oder Quark. Einfach nach notwendiger Geschmacksnote mit Senf, Essig oder Sahne verfeinern. Somit sind diese dünnen PS-Becher schnell Geschichte. 🙂

dinkel-jobhurt-brot

Und was die Kinder zu meinen Bestrebungen sagen? Die Reaktionen reichen von „Geröstete Brotstückerl mag ich eh viel lieber in der Suppe.“ bis hin zu „Nein, ohne Backerbsten esse ich meine Suppe nicht!!!!“. Somit wird es auch hier Kompromisse geben. Die goldene Mitte und so…
Der Plastikverzicht ist weder leicht noch unkompliziert. Aber wie so oft: der Weg ist das Ziel und gute Vorbilder haben noch niemandem geschadet…

Herzliche Grüße, desi*d

Verlinkt bei Frollein Pfau, EiNaB und Create in Austria.

Dieser Post wird von KEINEM der geannten Geschäfte gesponsert!

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3 Kommentare zu „Über den Umweg der Plastikreduktion zum Brotexperiment {Mittwochs mag ich…}

  1. Hallo!

    Finde ich super, dass Du Dich auf das Thema so intensiv einlässt. Und schön, dass Du in Deinem Beitrag zeigst, dass sich wirklich viele Alternativen finden lassen, wenn man sich ein wenig umsieht.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

  2. Beim Backen bin ich das Gegenteil von dir – ich schmeiße gerade immer nach Gefühl irgendwas in die Schüssel und hoffe. Aber da ich auch alles allein essen muss, ist ein misslungenes Ergebnis auch nicht so schlimm wie bei dir 😉

    Brot selbst zu backen, um Plastik und Zusatzstoffe einzusparen, hatte ich auch mal begonnen… doch jetzt habe ich in der neuen Wohnung nur einen Mini-Ofen und auch keine Möglichkeit, was größeres anzuschaffen, sodass das nicht mehr geht 😦

    Dein Brot sieht aber so lecker aus…

    Dein Plastik-armes Leben finde ich echt toll – da bin ich leider noch sehr weit von entfernt, da ich hier nicht mal Gemüse ohne Plastik bekomme… Ich kämpfe schon damit, so viel Bio wie möglich (vor allem bei Milchprodukten und Gemüse!) zu bekommen.

    Liebe Grüße

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