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Fashion Revolution Day 2016

Susanne hat auf ihrem Blog mamimade zu ihrer Aktion anlässlich des Fashion Revolution Days 2016 aufgerufen. Es wird an das Unglück in der Nähfabrik in Bangladesh mit vielen toten und verletzten Näherinnen vor drei Jahren erinnert. Hier habe ich schon ein paar Zeilen darüber geschrieben.

Bei Susanne haben sich schon viele Näherinnen versammelt und Ihre Gedanken zum Thema Nähen/Mode veröffentlicht.

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Was gibt es zu meiner Nähmaschine und mir zu sagen?
Ich komme aus einer Familie mit vielen Näherinnen. Es gibt noch viele alte Kleidchen, auf Fotos kann man die Mädels mehrerer Generationen in ihnen sehen. Egal ob der Wunsch nach einem Tellerrock (hellblau mit weißen Streifen), einem Tútú für die Faschingsballerina, ein kuschliger PJ für den Sohnemann, ein Dirndl für den ersten Schultag – Großmuttei, Mutti, Tochter erfüllten und erfüllen so machen Kinderwunsch. Sogesehen ist Nähen eine wunderbare Möglichkeit dem eigenen Geschmack seinen ganz persönlichen Ausdruck zu verleihen. Obwohl Nähen natürlich ein ganz schön teures Hobby ist. Egal ob man am Stoffmarkt ein Schnäppchen ergattert oder einen qualitativ hochwertigen Bio/Fairtrade-Stoff kauft – das teuerste ist die eigene Arbeitszeit. Birgit von loewing hat mal überschlagen, dass ein einziges T-Shirt rund 70 Euro kosten müsste, wenn man alles komplett berechnet. So gesehen sind die Schnäppchenpreise bei den ModeDiskountern am Wühltisch geradezu absurd. (Natürlich sind deswegen  teure Markenklamotten nicht besser, die Näherinnen bekommen nicht mehr!)

Was habe ich aus meiner Kindheit in Mitte von nähenden Damen mitbekommen habe? Dass es etwas wunderbares ist, mit Stoff, Zwirn und Nadel zu arbeiten und der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Etwas das zuerst nur im Kopf existiert, entsteht Schritt für Schritt. Ein Hauch von alles ist möglich hängt in der Luft, erst bei der Stoffsuche, dann an der Nähmaschine.

Es ist der pure Luxus, dass ich so einem Hobby nachgehen darf. Dass ich mir das leisten kann. Weil ich weiß, wie aufwändig T-shirt, Kleid & Co sind kann ich die Arbeit wertschätzen. Finde die Preise auf Handwerksmärkten (meist) nicht utopisch. Diese Wertschätzung ist unserer Gesellschaft mit der Aulagerung der Produktion außerhalb unserers Sichtfeldes, weit weg nach Asien abhanden gekommen. Wir leben damit auf Kosten der Gesundheit der Näherinnen in den unzähligen Fabriken in Fernost. Deren Arbeit schätz keiner.

This is not okay!

Deswegen, engagiert Euch, macht Euch auf die Suche nach fairen Alternativen zu Klamotten und Stoffen. Probiert mal aus, etwas selber zu nähen. Denkt bei der nächsten Schnäppchenjagd an die Näherinnen, die die Ware am Wühltisch nähen mussten. Braucht es das wirklich?

desi*d

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