Augenblicke

Nähbloggeraktion von Susanne alias mamimade

fashrev-tino

Habt Ihr schon von der neuen Nähbloggeraktion von Susanne alias mamimade gehört? Anlässlich des Fashion Revolution Days am 24.04.2016 hat Susanne eine neue Nähbloggeraktion ins Leben gerufen. Der Fashion Revolution Day erinnert an das furchtbare Unglück am 24.04.2013 in einer Nähfabrik in Bangladesh, mit vielen Toten und Verletzten. Der Wahnsinn daran? Nur die Näherinnen in der Nähfabrik waren an diesem Tag in dem vom Einsturz bedrohten Gebäude. Die anderen Geschäfte und der Bank in diesem Gebäude blieben geschlossen. Aufgrund von Termindruck wurden die Näherinnen gezwungen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren.
Damit in unseren Läden der großen (Billig-)Modeketten pünktlich zum Saisonauftakt T-Shirts & Co hängen und wir dem letzten Trend hinterherlaufen konnten.

Die Zustände in den unzähligen Nähfabriken in Asien sind schon lange bekannt. Die großen Firmen tun wenig dagegen. Warum auch? Sie bekommen auch so ihre Klamotten an den Mann bzw. die Frau. Sollten die Länder, in denen sie produzieren die Vorschriften zugunsten der Angestellten verbessern ziehen sie ins nächste und billigere Land weiter.

Was ist das für eine Zeit, in der uns das egal ist? Hauptsache es gibt weiter Fetzen zum Dumpingpreis. Wann ändern die Großen und Mächtigen ihre Produktionspolitik? Bestimmt nicht, weil sie auf einmal Mitleid haben mit den Näherinnen in ihren Zulieferbetrieben. Sondern dann, wenn der Kunde am anderen Ende der Kette verweigert, dabei länger mitzumachen. Jeder einzelne von uns ist gefragt, hier eine Entscheidung zu treffen. Für die Näherinnen und ihre Arbeitsbedingungen. Gegen die Großen und Mächtigen der Modeprodukion, die mit den Billiglöhnen nur ihre Gewinnmargen steigern.

Ich kann mich hier nicht ausnehmen, auch ich habe nicht nur „faire“ oder selbstgenähte Klamotten im Schrank. Aber es gibt einige Dinge, mit denen jeder für sich einen kleinen Unterschied machen kann. Ich hoffe, das kommt jetzt nicht ein bisschen Oberlehrerhaft daher, ich bin selbst noch auf dem Weg zu nachhaltigerem Konsum und Verzicht. Sich diese Problematik bewusst zu machen, ist schon der erste Schritt.

  1. Nicht jedem Trend hinterherlaufen. Schont den Geldbeutel und entspannt ungemein.
  2. Nur wirklich notwendige Klamotten kaufen. Sicher, ich nähe jetzt z. B. keine Softshelljacken für die Kinder oder bei Jeans für mich hatte ich bis jetzt nicht die Muße mich nach nachhaltigen Marken umzuschauen. Aber wenn man anfängt zu überlegen, ob dies oder das wirklich notwendig oder einfach nur schön ist, kommt man des öfteren zu einem klaren Nein. Und z. B. auf Utopia.de findet Ihr nachhaltige Alternativen, wenn mal was notwendig ist.
  3. Kleiderkreisel, Secondhand-Shops, Bürgershops und Co nutzen. Besonders in den großen Städten gibt es dazu schon viele Angebote. Ich persönlich kann mich glücklich schätzen, dass ich sowohl für mich als auch die Kinder familienintern immer wieder in den Genuss von gebrauchten Sache komme.
  4. Selbermachen. Nähen macht glücklich. Es zeigt einem vor allem, mit welchem Aufwand etwas so simples wie ein T-Shirt verbunden ist und dass 4,99€ nur unrealistisch sein können. Und vielleicht auch mal nach fairen, GOTS-zertifizieren Stoffen suchen.
  5.  Und vergesst nicht: mit Eurem eigenen Verhalten seid Ihr die besten Vorbilder für Eure Kinder, sofern ihr welche habt. Vorleben und nachhaltiges handeln prägt mehr als nur davon zu reden.

Wow… seid Ihr noch da? Ich weiß gar nicht ob ich schon jemals einen so langen Post geschrieben haben… Aber das musste mal raus.

Wie haltet Ihr es mit dem Konsum und der Nachhaltigkeit? Sehen wir uns bei Susannes Linkparty?

Herzliche Grüße und habt ein schönes Osterwochenende!
desi*d

 

5 Kommentare zu „Nähbloggeraktion von Susanne alias mamimade

  1. Liebe Dési,
    danke für diesen wichtigen Beitrag und die Bestärkung, die darin liegt! Je mehr Leute mitmachen und anfangen so zu denken, desto leichter wird es für alle und umso wirkungsvoller! Ich denke auch, einfach anfangen damit und Schritt für Schritt mehr auf Fairness und Nachhaltigkeit achten ist das, was man machen kann…
    Nachdem ich jetzt selbst EIN T-Shirt genäht habe und sage und schreibe 21 Stunden (von Schnittanfertigung, Stoffzuschneiden bis zum Nähen) gebraucht habe – ich gebe zu ich bin Anfängerin – weiß ich das alles noch einmal ganz anders zu schätzen…

    Schöne Ferien noch und liebe Grüße, Katrin

  2. Ich habe letzten Winter kein einziges (!!) Kleidungsstück gekauft und habe nichts vermisst. Jetzt im Frühjahr gab es nur 2 neue weiße Blusen fürs Offizielle und eine Jeans. Im Nähzimmer liegen Schnittmuster für T-Shirts und Kleider, um die Garderobe mal aufzufrischen. Ich bin dabei 😉
    LG Jutta

    1. Super! Wenn man es wirklich mal ganz nüchtern überlegt braucht man nicht besonders viel, bzw. kann sich echt vieles selber machen. Ich bin eh kein „Shopping-Victim“ und seid ich versuche nachhaltiger zu konsumieren (wo es halt nötig ist) hilft mir oft der Blick aufs Preisschild um mir klar zu machen wie unfair das T-Shirt/die Jeans etc. ist. Das hilft bei der Entscheidung ungemein.
      LG Désirée

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